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  08.09.2008
 
 

Radio-Interview Teil 2

FAZ Businessradio Berlin, 93,6 MHz, vom 28. Juli 20001

Erster Teil des Interviews

FAZ-Businessradio: Aber der Rechner muss an sein.

Mansmann: Der Rechner muss an sein, klar, der Bildschirmschoner muss anspringen, dann läuft das Programm für uns in jeder Arbeitspause. Und nach 10 Stunden Laufzeit des Bildschirmschoners ist die Aufgabe fertig. Mit meiner ISDN-Leitung zu Hause braucht es zum Beispiel 20 Sekunden, um die Ergebnisse zu übertragen und die neue Aufgabe zu holen.

FAZ-Businessradio: Das heißt, ich muss auch nicht en bloc 10 Stunden den Rechner eingeschaltet lassen, sondern einfach im ganz normalen Betrieb...

Mansmann: Im ganz normalen Betrieb. Da addieren sich auch die Minuten, oder Sekunden sogar. Aber wenn man es mal über die Mittagspause laufen lässt, dann geht es schneller. Im Durchschnitt geben unsere Nutzer alle zwei Tage ein Paket ab. Im Durchschnitt rechnen die PC also jeden Tag fünf Stunden für uns, und das liegt daran, dass viele auch nachts ihre Rechner laufen lassen. Wir sagen den Leuten extra, sie müssen es nicht für MoneyBee laufen lassen, wir wollen ja nicht zusätzlich Stromverbrauch erzeugen, sondern die ohnehin anfallenden Kosten nutzen. Aber viele Rechner werden ja nachts nicht ausgeschaltet, weil es für Rechner ja nicht so gut sein soll, wenn man sie immer an- und ausschaltet. Von diesen Rechnern bekommen wir natürlich die meiste Rechenzeit gespendet.

FAZ-Businessradio: Also: Ich habe das jetzt runtergeladen, die Aufgabe ist erfüllt – wie komme ich denn jetzt an die Prognosen heran, welche Aktien ich nun „kaufen soll“ (in Anführungszeichen)?

Mansmann: Also wenn man sich bei MoneyBee anmeldet, wählt man ja Nutzername und Passwort, das wird freigeschaltet bei der Anmeldung. Es verfällt nach vier Wochen, wenn man kein Paket abgibt, aber wenn man immer wieder abgibt, dann bleibt dieses Passwort freigeschaltet, und damit kann man sich im Internet unter www.moneybee.de im Mitgliederbereich einloggen und kann dort die Prognosen sehen. Das sind derzeit etwa 10 Währungen und Indizes, etwa 28 Werte aus dem Dax30, etwa 17 Werte aus dem Nemax50. Das liegt daran, dass einfach für viele Werte aus dem Nemax noch nicht ausreichend historische Werte verfügbar sind, um die Neuronalen Netze zu trainieren. Und dann haben wir noch jeweils fünf Werte aus Dow Jones, Nasdaq und dem SMI. Insgesamt sind es 83 Kursreihen, die wir vorhersagen, und zwar für Tag, Woche und Monat.

FAZ-Businessradio: Muss das ein ganz neuer, ganz schneller Rechner sein, oder tut’s da auch ein etwas älteres Modell?

Mansmann: Auch eine alte Krücke kann uns da helfen. Die braucht dann zwar etwas länger, die Aufgaben sind aber so angelegt, dass auch langsamere Computer damit zu Recht kommen. Da, wo MoneyBee läuft, wird die Rechenkapazität auch üblicherweise ausreichen, um zu sinnvollen Ergebnissen zu kommen und zum Ganzen etwas beizutragen.

FAZ-Businessradio: Kann ich MoneyBee denn weltweit nutzen? Das heißt, wenn ich jetzt irgendwo auf Reisen bin und aus der Ferne gucken möchte und online Aktien ordern oder verkaufen?

Mansmann: Ja, kein Problem, da wo ein Internet-Zugang ist, kann man sich bei MoneyBee einloggen. Es haben zwar noch alles in deutscher Sprache, aber wir werden das in Zukunft ändern und auch weitere Sprachen anbieten, was dem Gesamtsystem zu Gute kommt. Aber wer Deutsch kann, kann MoneyBee heute schon weltweit nutzen.

FAZ-Businessradio: Gibt es irgendeine Garantie dafür, dass die Aktienkurprognosen richtig sind? Oder zumindest die Richtung richtig ist? Oder ist das jetzt doch etwas, wo nur jemand dran gehen sollte, der schon halbwegs ein Aktienprofi ist...

Mansmann: Das ist eine Frage der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wer sich damit ein bisschen auskennt, wer ein Gefühl dafür hat, was solche Prognosen liefern können, der kann mit MoneyBee durchaus was anfangen. Wir veröffentlichen zu jeder Prognose ja auch die Trefferquote der letzten 25 Tage, als Qualitätsmerkmal, da kann man sehen, zu wie viel Prozent die Prognose zugetroffen hat, und das ist schon ein bisschen ein Maß dafür, ob sie auch künftig zutrifft. Daran sieht man auch, dass manche Aktien einfach leichter vorherzusagen sind, weil sie aus anderen Gründen steigen und fallen. Was wir natürlich nie abbilden können, das sind, ich sage mal, „Unglücke“ oder „Nachrichtenlagen“. Wenn irgendwo eine Gewinnwarnung herausgeht, das kann MoneyBee vorher natürlich auch nicht wissen. Das ist ein bisschen wie bei der ADAC-Stauprognose: Der ADAC kann vorhersagen, wann viele Leute auf der Straße sind, aber der ADAC kann auch keine Unfälle vorhersagen. Für den Autofahrer ist das nachher das gleiche – er steht im Stau. Auch dem Anleger ist egal, warum eine Aktie fällt, aber einen Teil davon können wir abbilden, das geht so an die 60 % dran. Das würde also bedeuten, man kann von 10 Mal, wenn man Aktien kauf oder verkauft, sechs Mal was Positives bewirken, vier Mal was Negatives. Wenn man es rein statistisch macht, wären das fünf zu fünf, rein zufällig. Und dieser Unterschied, wenn man richtig damit umgeht, macht es aus, dass man richtig viel Geld damit verdienen kann. Das ist, wie André Kostolany gesagt hat: Er habe zu 49 Prozent falsch gelegen, zu 51 Prozent richtig, und die zwei Prozent Unterschied hätten es ausgemacht.

FAZ-Businessradio: Was kostet mich denn MoneyBee?

Mansmann: MoneyBee, so wie es jetzt ist, kostet erst einmal gar nichts. Wir bekommen Rechenzeit gespendet und können daraus die Prognosen machen, wir veröffentlichen allerdings nur die Prognosen. Wir arbeiten gerade daran, daraus auch Handelssignale auszuwerten, und andere Produkte aufzusetzen, und das wird dann Geld kosten. Aber das wird sich dann auch für den Anleger rentieren.

FAZ-Businessradio: Jetzt müssen wir noch mal einen Bogen zum reichen Mann vom Anfang schließen – Ihre Firma: Machen Sie noch etwas anderes als MoneyBee? Denn wenn es nichts kostet, und Sie sich nur Rechenzeit spenden lassen, das wird sich ja auf Ihrem Konto am Ende des Monats nicht so auswirken.

Mansmann: Ja, wir haben das schon so geplant, das ist ja bei jeder Produktentwicklung so, dass man erst einmal Geld hineinstecken muss, bevor man etwas herausbekommt. Auch die Autobauer müssen erst einmal viel investieren, um ein neues Auto zu bauen und danach erst zu verkaufen. Bei Autobauern dauert es viele Jahre, bis sie ihr Geld wieder einspielen, wir hoffen, dass wir ein bisschen schneller sind. Wir sind mit MoneyBee im letzten Jahr gestartet, wir haben dafür Investitionsgelder in die Firma geholt, die wir dafür aufwenden, und wir lasten unsere Kapazitäten mit anderen Aufträgen aus. Wir erstellen Software, wir machen Multimedia-Aufträge, und mit dem Umsatz, den wir da machen, Federn wir natürlich auch die Entwicklungskosten von MoneyBee ab.

FAZ-Businessradio: Eine Geldbiene im Internet, www.moneybee.de - da sollten Sie reinklicken, hört sich interessant an. Danke an Till Mansmann für die Informationen. Er ist Geschäftsführer der i42 GmbH, die dieses MoneyBee entwickelt hat.

 
 
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i42 übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben