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  19.11.2008
 
 

Radio-Interview Teil 1

FAZ Businessradio Berlin, 93,6 MHz, vom 28. Juli 20001

Anmoderation: Wer träumt denn nicht einmal davon, die Lottozahlen des kommenden Wochenendes bereits vorher zu kennen, oder vielleicht dann zumindest den Verlauf der Aktien an den weltweiten Finanzmärkten vorhersagen zu können. Letztgenanntes ist ja zumindest als Prognose möglich. Wie aber an solch eine Prognose herankommen? Das geht, mittels Computer und Internet-Zugang, und wie das geht, das weiß Till Mansmann. Er ist der Geschäftsführer der i42 Informationsmanagement GmbH, die eine entsprechende Software entwickelt hat.

FAZ-Businessradio: Schönen Guten Tag Herr Mansmann. Die Software, die Sie entwickelt haben, heißt MoneyBee – was ist das genau?

Mansmann: MoneyBee ist ein Prognosesystem. Man muss das als Ganzes betrachten: Da sind auf den Einzelrechnern, die uns angeschlossen sind, Neuronale Netze, die werden alle zusammengeführt auf unserem Zentralrechner. Da ist es eigentlich eine Datenbank mit verschiedenen Auswertungsprogrammen. MoneyBee insgesamt – da greifen viele Programme zusammen, ich sage mal sechs, sieben oder acht, große Programme und viele kleinere, die das steuern, um Aktienkurse vorherzusagen. Als Endnutzer haben wir Kunden im Internet, die sich kostenlos unseren Bildschirmschoner herunterladen, denn beim Kern handelt es sich um einen Bildschirmschoner, damit wir die Rechenzeit des Kunden nutzen können, die er selbst nicht braucht.

FAZ-Businessradio: Können Sie noch mal kurz und möglichst untechnisch erklären, was ein Neuronales Netz ist, denn den Begriff haben Sie eben gebraucht?

Mansmann: Ein Neuronales Netz ist eine Art von Computerprogramm, das anders funktioniert als übliche Programme. Die üblichen Programme sind, wie das „Programm“ ja auch heißt, programmieren einen Ablauf. Dass man einfach eine Rechnung nach der anderen durchführt, bis man zu einem Ergebnis kommt, mit Schleifen und so weiter, ein lineares Programm. Ein Neuronales Netz simuliert eher, was im Gehirn vor sich geht. Es hat einzelne Zellen, die miteinander vernetzt sind, und die Information steckt dann eben nicht mehr in einzelnen Speicherplätzen, sondern in den Zellen und ihrer Vernetzung untereinander. Und wie das Gehirn auch können solche Neuronalen Netzen aus historischen Aktienkursen, in unserem Fall, lernen. Die schauen sich praktisch die Aktienkurse der Vergangenheit immer wieder an und schließen daraus, wie sich die Aktienkurse wahrscheinlich in der Zukunft entwickeln.

FAZ-Businessradio: Und diese Zellen sind dann auch auf den einzelnen Computer, auf den einzelnen Rechnern der User, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe?

Mansmann: Auf jedem einzelnen Rechner wird ein Neuronales Netz simuliert, das einen kleinen Teilausschnitt der Gesamtaufgabe „Prognose für den nächsten Tag“ darstellt.

FAZ-Businessradio: Und die Geschichte, die Sie mit MoneyBee machen, kann man auch nur mit solchen Neuronalen Netzen machen. Mit einem herkömmlichen Programm, wie Sie es beschrieben haben, geht das nicht.

Mansmann: Es gibt auch herkömmliche Programme, die sich mit dieser Problematik beschäftigen, Zeitreihenanalysen, die mit statistischen Methoden an die Aktienmärkte herangehen. Aber Neuronale Netze haben den Vorteil, dass sie sehr gut geeignet sind, Muster zu erkennen. Man setzt sie zum Beispiel in der Technik auch ein, um Gesichtserkennung zu machen bei Überwachungskameras. Weil das Gesicht zum Beispiel unter verschiedenen Winkeln gesehen wird, unterschiedlich gut rasiert, mal braungebrannt aus dem Urlaub... Und das Programm ist dann in der Lage, Muster zu erkennen, und z.B. zu sagen „Mit 99 Prozent Wahrscheinlichkeit handelt es sich um das gleiche Gesicht“. Und das gleiche machen wir auch. Die Wahrscheinlichkeiten sind natürlich niedriger, aber das Programm sagt: „Diese Situation schätze ich so ein, und daraus schließe ich, dass sich der Kurs morgen so oder so entwickelt.“ Und dabei geht es natürlich, anders als Menschen, völlig kaltherzig vor, es schaut sich einfach die Zahlen an und entscheidet. Und das ist auch ein Vorteil von MoneyBee: Das Programm geht eben nicht mit Vorurteilen dran, sondern einfach nur mit Mathematik.

FAZ-Businessradio: Dann sind Sie also jetzt ein reicher Mann!

Mansmann: Nein, ein reicher Mann ist man dann, wenn man Geld hat zum anlegen und das vermehren kann. Wenn ich jetzt einfach das Geld nehme, was ich jetzt habe und darauf anlege, mit einer Performance von 10 oder 20 Prozent, dann würde das alles noch nicht langen. Außerdem: Wenn ich mich jetzt zur Ruhe setze, dann stirbt das System, und ich habe die Prognosen nicht mehr. Ich muss also erst Geld verdienen um es anzulegen. Ich würde aber mein Geld gerne damit anlegen, wir haben das nämlich für die letzten drei oder vier Monate getestet – MoneyBee gibt es ja noch nicht so arg lange, aber so lange können wir das nun zeigen. Und da zeigt sich, dass, wenn man seine Anlageentscheidungen nach MoneyBee fällt, man ein Plus gemacht hätte, ein Plus erreicht hätte, wo Dax und Nemax ein deutliches Minus eingefahren haben.

FAZ-Businessradio: Das ist doch eine feine Sache. Was muss ich denn nun machen, um an MoneyBee heranzukommen. Sie haben gesagt: Einen Bildschirmschoner herunterladen.

Mansmann: Ja, das ist eigentlich ganz einfach. Man lädt sich unter www.moneybee.de - MoneyBee wie „Geldbiene“, den Bildschirmschoner herunter, installiert ihn mit Doppelklick, den Rest machen praktisch wir. Man muss dann kurz online gehen, sich anmelden mit Nutzername und Passwort, die man selber wählen kann. Man muss sich also auch nicht outen und kann sich aussuchen, wie man genannt werden möchte. Dann wird auch gleich bei der Anmeldung die erste Aufgabe heruntergeladen. Eine Aufgabe rechnet zur Zeit etwa 10 Stunden, manche sind auch schneller fertig, dabei kommt es auch darauf an, wie schnell der Computer ist. In dieser Zeit muss man auch nicht online sein, das funktioniert offline, es entstehen also auch kaum Online-Übertragungskosten.

Zweiter Teil der Interviews hier!

 
 
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i42 übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben