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  04.12.2008
 
 

Südwestrundfunk Radio-Beitrag

Südwestrundfunk Radio: SWR1, 26. Oktober 2000

Anmoderation:

Es gibt eine neue Geschäftsidee von einer Mannheimer Internet-Firma. Die Idee heißt "MoneyBee", zu Deutsch: "Geld-Biene". Damit können die Mannheimer Jungunternehmer durchaus Erfolg haben: MoneyBee leiht sich die Arbeitskraft von unserem privaten Computer, wenn der zu Hause ungenutzt rumsteht. Viele Privat-PCs zusammen ergeben so viel Leistung wie bei einem Riesenrechner – nur der wäre sehr teuer. Im Gegenzug bekommen die, die ihren Computer zur Verfügung stellen, von MoneyBee einen Börsendienst. Wie es genau funktioniert: SWR1-Reporterin Anja Paumen:

Beitrag:

Fast jeder hat schon zu Hause einen PC rumstehen. Effektiv daran arbeiten, das machen die meisten nur für ein paar Stunden pro Tag. Die restliche Zeit flimmert der Bildschirmschoner über den Monitor. Das ist doch Vergeudung von Rechenkapazität, überlegten sich vier junge Kenner der Internet-Branche. Sie entwickelten eine Software, die diese Leerzeit von fremden Computern nutzt und zu einem sehr leistungsfähigen Großcomputer zusammenschaltet. Die Geschäftsidee der Internet-Firma i42 erläutert Gründungsmitglied Till Mansmann:

O-Ton: "Wir hatten die Idee, dass man Börsenprognosen anbietet, die man nur mit sehr großen Computern ausrechnen kann, und unsere Idee war, dass man die Rechenleistung einfach auf die Internet-Benutzer zurückverteilt – dass man also nicht einen großen Computer baut, sondern dass man die vielen kleinen Computer der einzelnen Nutzer nimmt und sie zusammenschaltet, und dass die zusammen einen Großcomputer bauen, den sie dann auch zusammen benützen dürfen."

Mit der Hilfe der fremden Computer können nun Datenmengen verarbeitet werden, die ein einzelner PC nie schaffen würde. Die Firma i42 lässt über die zusätzlichen Rechner ein EDV-Programm laufen, das in der Lage ist, Börsenprognosen zu entwickeln. Und so profitieren die PC-Benutzer, die bei MoneyBee mitmachen, gleich zweifach:

O-Ton Mansmann: "Alle, die bei uns mitmachen, spenden Rechenzeit, die sie aber am eigenen Computer nicht stört, denn die Rechenzeit wird praktisch als Bildschirmschoner gemacht – d.h. also: Es wird die Rechen-Frei-Zeit des PCs genutzt – das ist das eine, was den Leuten gut gefällt, dass ihr PC nicht faul rumsteht, wenn sie selbst gerade nichts tun. Und der zweite Vorteil ist, dass sie an den Prognosen teilhaben können, d.h. sie können auf die Prognosen zugreifen, sie haben also wirklichen Nutzwert, den es sonst so auf der Welt noch nicht gibt, weil man dafür sehr große Computer braucht, die bei Banken laufen, und die Banken halten diese Informationen unter Verschluss, sozusagen, für ihre eigenen Mitarbeiter."

Solche Großcomputer stehen sonst nur in Rechenzentren von eben Banken, Universitäten oder Wetterstationen. Mit Hilfe von MoneyBee wird es bald den ersten deutschen virtuellen Großrechner geben. Denn seit dem Start vor sechs Wochen haben sich bereits über 2000 interessierte PC-Benutzer das Programm per Internet heruntergeladen. Wenn es so weiter geht, ist bald die Leistung eines Großcomputers erreicht. Und Gewinne soll die junge Firma spätestens in einem Jahr abwerfen.

O-Ton Mansmann: "Wir sind jetzt in der Wachstumsphase, wir haben jetzt über 2300 Mitglieder. Wir bekommen jede Woche ein paar Hundert dazu, und wenn MoneyBee einige Tausend – vielleicht so 10 oder 15 Tausend – Nutzer hat, dann können wir das gewinnbringend einsetzen. Dann können wir Werbung verkaufen, und den Inhalt vielleicht auch weiterverkaufen an andere Internet-Angebote, so dass man dann Geld verdienen kann."

 
 
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i42 übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben