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  04.12.2008
 
 

Ein Superrechner aus vielen PCs

aus "CIO - IT-Strategie für Manager" vom 9. Oktober 2001

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Lässt sich das Rechenmodell der Seti-Lauscher und Krebsforscher auch auf Geschäftsanwendungen übertragen? Die Betreiber der deutschen Internet-Seite Moneybee glauben ja. Moneybee schickt Aktiencharts zur Analyse an die mehr als 3000 Teilnehmer seines Netzes, um die Entwicklung von Wertpapieren vorher zu berechnen. Bisher setzen Wissenschaftler für solch komplexe Aufgaben große Einzelrechner ein. Doch deren Leistung hat ihren Preis: Der derzeit schnellste Supercomputer, eine Maschine, die fünf Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde (Teraflops) vollzieht, kostet mehr als hundert Millionen Dollar. Die Kosten für ein virtuelles Rechennetz sollen dagegen nur eine Million Dollar betragen - und dabei im Idealfall laut Intel eine etwa zehnmal höhere Rechenleistung erlauben. "Dieser Ansatz wird die Forscfhung grundlegend verändern", glaubt Craig Barrett, Chief Executive Officer der Intel Corporation. Ihm zufolge ist das Peer-to-Peer-Computing (P2P), das verteiltes Rechnen und den Datenaustausch ohne zentralen Server ermöglicht, auf dem Weg, erwachsen zu werden.

Redundanz bringt Reserven
Till Mansmann, Mitgründer von i42, dem Betreiber von Moneybee, bestätigt: "Wir kommen viel billiger zu einer absolut ausreichenden Rechenleistung. Beim Verteilen der Aufgabenpakete erzeugen wir sogar vielfache Redundanzen und schrauben damit die Prognosequalität höch." Deshalb spielt es keine Rolle, wenn einzelne Rechner ausfallen oder Teilnehmer aussteigen, die die Lust am Projekt verloren haben. Besonders für die Finanzwelt klinge so eine Technik verführerisch, sagt Erik Oldekop, Leiter der "Tec-Advanced Technology Group" der Deutschen Bank in San Francisco. "Distributed Computing ist für uns schon lange ein Thema. Wir haben weltweit in der Bank 100.000 Desktops. Die werden maximal acht Stunden am Tag genutzt, und dann vor allem für 'Powerpoint', E-Mail und 'Word'."

An der Wall Street setzt bereits eine Großbank auf das verteilte Rechnen: Die 254 Milliarden Dollar schwere First Union nutzt Software des New Yorker Startups Data Synapse. Ein Server für die Berechnung von Derivaten ist nun mit ihrer Hilfe mit mehr als hundert Büro-Computern vernetzt. Auf den PCs laufen heute im Hintergrund Teile von Investment-Kalkulationen, ohne dass es die Anwender merken. Risiko-Analysen sollen dadurch nicht mehr nur allabendlich, sondern beinahe in Echtzeit zur Verfügung stehen. Joe Belciglio, Managing Director im Bereich Handelstechnologie: "Unser Ziel war es, an jedem einzelnen Arbeitsplatz mehr Umsatz zu generieren."

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Lars Reppesgaard

 
 
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